Neben Cut und Frack ist der Smoking als die feierlichste Variante für offizielle Anlässe und Hochzeiten anzusehen. Bei sommerlichen Veranstaltungen unter freiem Himmel tauscht der “Tux”-Träger jedoch das Smoking Sakko mit dem weißen oder elfenbeinfarbenen Dinner Jacket. Das ist meist aus Seide oder einer Wollmischung gefertigt, seltener aus feiner Baumwolle. Das Revers ebenfalls einen abgesetzten Schalkragen mit Galon- bzw. Satinstreifen. Auch das Dinner-Jacket freut sich über ein Hemd mit Umschlagmanschette. Ob Kläppchenkragen oder Haifischkragen bleibt dem Träger überlassen und ist weitestgehend eine Geschmacksfrage.
Der “TUX” ist Hochzeitsanzug Nr. 1 in Deutschland, wird aber eigentlich tagsüber nicht getragen, vielmehr wird das Sakko gegen ein „weißes“ oder „ivoryfarbenes Sakko“, dem Dinner Jacket a la James Bond ausgetauscht. Die schwarze Hose mit Seidengalon oder Satinstreifen bleibt, das gilt auch für die Schleife und die Lackschuhe. Sowohl für den Smoking als auch für den Frack gilt, dass ausschließlich Lackschuhe getragen werden sollten.
Unser Tipp: Lackschuhe dürfen auf keinen Fall mit Schuhcreme behandelt werden, da sie sonst blind werden, Abhilfe leistet hier Milch, Vaseline oder Glycerin, welches das Lackleder nebenbei auch noch elastisch hält.
Das Dinner Jacket ist weiß, elfenbein oder in ecru. Eingesetzt wird es beim Dinner auf Kreuzfahrtschiffen oder bei Feiern unter "freiem Himmel", bei denen die klassische Smokingjacke deplatziert ist. Sowohl beim Dinner Jacket als auch beim Smoking bzw. Tuxedo besteht die Möglichkeit den Kummerbund durch eine Smokingweste zu ersetzen, diese ist dann meist aus dem identischen Material aus welchem auch die Fliege gefertigt wurde. Dinner Jacket und Smoking sind klassisch interpretiert mit einem Schalkragen ausgestattet, die Version mit Reverskragen ist aber ebenso denkbar und erfreut sich gerade momentan einer besonderen Beliebtheit. Sollte der Smoking einen Reverskragen besitzen, so wird dieser niemals fallend, sondern immer aufsteigend sein. Beide Formen haben den typischen „Spiegel“, also ein aus Seide oder Seidensurrogat gefertigtes Revers, welches sich vom restlichen Anzugstoff abhebt. Das Dinner Jacket in seiner slim interpretierten Passform hat sich in den letzten zwei Saisons als ein Bestseller erwiesen, selbst hart gesottene „Jungs“ wie die Rockband Metallica erfreuen sich an diesem Look. James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujilo haben sich für die Kampagne des Edelherstellers Brioni im Herbst 2016 in Tuxedos und Dinner Jackets geschmissen und machen darin tatsächlich eine blendende Figur.
Unabhängig davon, ob Seide oder ein Seidensurrogat (Twill, Satin usw.) verwendet wurde, ist darauf zu achten, dass sowohl Kummerbund, Galonstreifen, Schleife als auch Reverskragen aus ein und dem selben Material gefertigt sind. Unterschiedliche Glanzvarianten bzw. eine unnötige Materialvielfalt würden den Gesamteindruck empfindlich negativ beeinträchtigen. Sowohl Tux-Sakko als auch Dinner Jacket haben stets Paspeltaschen statt die bei Business Sakkos beliebten Pattentaschen, die für dieses Kleidungsstück einen zu sportlichen Charakter aufweisen würden. Im Hinblick auf einen perfekten Sitz der Hose, sei hier angemerkt, dass bei einer Smokinghose niemals ein Gürtel zum Einsatz gelangt, vielmehr greift man zu Hosenträgern, welche weiß oder schwarz sein können und einen perfekte Sitz sicherstellen.
Beim Dinner Jacket und beim „tux“ gilt, es ist „black tie“-time und genau so wird es auch in einer Einladung stehen. Unabhängig von der gewählten Kragenform ist die Silhouette / Passform in shape fit, slim fit, modern fit und regular fit erhältlich. Traditionell ist der Smoking in schwarz gehalten, jüngere Umsetzungen ergänzen die Farbpalette aber um braun, mittelblau, navy, mitternachtsblau und kobaltblau. Der Begriff „Smoking“ verdankt seinen Ursprung dabei übrigens der Tatsache, dass die „Gentlemen von Früher“ anstatt der Frackjacke ihr Smoking Sakko trugen, wenn sie sich am Abend nach dem Dinner zum Karten spielen, Rauchen oder Trinken ins Raucherzimmer zurückzogen.
In den Kontext Smoking und Dinner Jacket gehört auch das sogenannte „Smoking Jacket“, es ist ein enger Verwandter des Dinner Jackets und den wenigsten Deutschen vertraut. Der Name weist daraufhin bei welchen Anlässen es ursprünglich zum Einsatz kam, denn früher legten die Gentlemen dieses Kleidungsstück an, wenn es zum Rauchen in den „Rauchsalon“ ging. Standen später hingegen wieder andere Termine oder Örtlichkeiten auf der Tagesortung, so wurde sich dieses Jackets wieder entledigt.
Hintergrund war, dass die dann wieder vorhandenen Damen keineswegs durch den Tabakgeruch des Oberteils belästigt werden sollten. Anders als das Dinner Jacket, ist das Smoking Jacket aus buntem, edlem Samt gefertigt. In der Regel ebenfalls mit einem Schalkragen ausgestattet, findet man es heute in unterschiedlichen Passformen: Skinny, Slim, Modern oder Klassik sind die üblichen Passformen zwischen denen der Träger wählen kann, weinrot, dunkelblau und dunkelgrün hingegen die vorherrschenden Farben, zu denen die Schuhe selbstverständlich abgestimmt werden sollten. Smokinghemd, schwarze Schleife und schwarze Hose mit Seidengalon sind auch hier obligatorisch. Abweichend vom Smoking-Look greift man bei den Schuhen hier jedoch eher zu bestickten Samtschuhen, die wie bereits erwähnt mit der Farbe des Samtsakkos abgestimmt werden. Grundsätzlich eignet sich der Samt-Look hervorragend für glamouröse Veranstaltungen oder Hochzeiten, einen gewissen Dandy Touch wird man diesem Bekleidungsstück mit Sicherheit nicht absprechen können.
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